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Sie lieben es laut

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Heute war es schon von weitem zu hören als ich zur Schule kam: Das neue Schlagzeug, das sich unsere jungsten Schüler gebastelt haben. Nur aus Teilen, die hier in der Schule übrig waren haben sie ein richtig lautes Instrument gebaut. Es ist schön wie kreativ diese Jungs sind und wie lebendig und fröhlich sie dabei sein können.Musik geht ihnen sofort in die Füße und sie tanzen dazu. Wenn Musik gehört oder gemacht wird macht es erst richtig Spass, wenn es ohrenbetäubend  laut ist. Lautsprecher können gar nicht groß genug sein um Musik anzuhören. Abends hören wir manches Konzert, das Kilometer weit entfernt stattfindet, manchmal auch nur das Radio des Nachbarn. Auch bei der Unterhaltung geht es manchmal laut durcheinander. Sogar im Gottesdienst haben wir das schon erlebt, wenn gebetet wird.

Es sind nun alle Schüler angekommen, die letzten kamen sogar früher als erwartet. Wir haben nun zwei kleine Klassen für den mittleren Bildungsabschluss und eine Landwirtschaftsklasse. Morgens-direkt …

erfreuliche Hilfe

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Als heute morgen unser altes Auto mal wieder schlapp machte und wir es in die Werkstatt bringen mussten war ich gleich am jammern: "Ach nein, nicht schon wieder..." Dabei stand das Auto der Kollegin schon bereit für uns, wir mussten es nur abholen.
Erfreuliche Hilfe haben wir in letzter Zeit oft erfahren. Diese Woche kam unser neuer Mitarbeiter, der die Rolle des Erziehers für unsere Jungs übernehmen soll, zu Besuch um seinen Umzug vorzubereiten. Das Haus ist schon fast fertig, so dass er hoffentlich bald mit seiner Familie einziehen kann. Gerade abends und an den Wochenenden brauchen die Jungs einen Ansprechpartner und ein väterliches Vorbild, der ihnen hilft den Alltag zu meistern. Beim Mittagessen waren alle glücklich, denn der Gast hat eine Runde Limo für alle ausgegeben und die neue Köchin ein prima Mittagessen auf den Tisch gestellt.
Schon Anfang der Woche haben wir Hilfe von einer katholischen Sekundarschule im Nachbardorf bekommen. Dorthin dürfen unsere Schüler nich…

made to thrive

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"Wir sind gemacht um zu gedeihen", haben wir heute im Gottesdienst wieder gesungen. Das hat mich an dieses Bäumchen erinnert. Er war als Pfosten Teil einer Hütte auf unserem Safina Gelände. Während der letzten Regenzeit ist die Hütte eingestürzt. Nur dieser eine Pfosten hat Wurzeln getrieben und selbst jetzt in dieser trockenen Hitze hat er noch grüne Blätter.
Viele unserer Safina Jungs waren auch entwurzelt, nicht alle haben es geschafft bei Safina wieder "anzuwachsen". Ein geregeltes Leben zu führen erscheint so anstengend, vieles ist in ihren Augen spannender als im Klassenzimmer zu lernen.

Die Schule hat seit einer Woche wieder begonnen, doch es sind noch nicht alle Schüler wieder eingetrudelt. Neun von letztem Jahr machen weiter, Neue werden hinzukommen. Wir wissen noch nicht genau wieviele. Platz haben wir bald für etliche mehr, da das zweite Internatsgebäude in absehbarer Zeit fertig wird. Hier ist in den Ferien viel weitergegangen, die Handwerker waren fle…

Im Anfang war das Wort

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Ja, wir haben viele Bücher geschenkt bekommen und freuen uns sehr darüber, vielen Dank! Denn ich kann mich so richtig erholen mit einem guten Buch und einem bequemen Sofa. Interessanterweise gehen Bücher hier bei der Post nicht verloren. (wie manches andere) Das Interesse an Büchern ist bei vielen Menschen hier nicht besonders groß. Bei einigen unserer Safina Jungs merken wir auch woran es liegt: Lesen, schon in der Muttersprache ist für manche immer noch sehr anstrengend. Eine altertümliche Bibelübersetzung ist ein echtes Handicap täglich darin zu lesen, denn ohne Erklärungen bleibt so manche Geschichte im Dunkeln.
Doch unsere Kinder erfreuen sich seit einigen Monaten nicht nur an deutschen, sondern auch an englischsprachigen Büchern. Um für genug Nachschub zu sorgen haben wir uns diese Woche in der Stadtbücherei in Morogoro umgesehen.
Neben vor allem etwas "angestaubten" technischen Fachbüchern gab es auch einige Kinderbücher für Franziska zu finden. Für die Kleineren gib…

warten

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Wir sitzen in Dar es Salaam in einem Strandrestaurant, während sich über uns ein Gewitter zusammenbraut. Wir warten hier nicht auf ein leckeres Essen, sondern feiern einen Gottesdienst, denn sonntags trifft sich hier eine internationale Gemeinde. Am frühen Morgen hat Doris schon Jannis zum Flughafen begleitet, denn er hat Ferien und hat einen günstigen Flug nach Deutschland gefunden.
Da klingelt mein Telefon in der Tasche. Als ich den Anruf ablehnen will, sehe ich wer da anruft, es ist Jannis. Rasch gehe ich vor die Tür und erfahre, dass sein Flugzeug nicht starten konnte und sie nach fünf Stunden wieder aussteigen mussten. Nun sitzt er im heißen Warteraum am Flughafen und weiss nicht wie es weiter geht. Auch für uns ist es schwierig an Informationen zu kommen, ob und wann die Maschine wieder starten wird. Nach dem Gottesdienst warten wir im Gästehaus, wo es wegen eines Stromausfalls inzwischen auch drückend heiß ist, weil die Klimaanlage ausgefallen ist.
Es wird Abend und Jannis war…

power bank

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"Ohne den Schöpfer ist das Geschöpf bald erschöpft. " (Autor unbekannt)

Am Sonntag war ich für die Lieder im Gottesdienst zuständig. Da wir keinen Organisten und auch keine Band haben singen wir zu Liedern, die wir über eine Lautsprecherbox mit eingebautem Akku abspielen. Beim vorletzten Lied streikt der Lautsprecher und die Musik hat Aussetzer. Das letzte Lied kann ich nur noch ganz leise abspielen. Der Akku ist leer. Kein Ladekabel und keine Steckdose ist in der Nähe. Normalerweise hat die Batterie gut mehrere Gottesdienste durchgehalten, doch jetzt schafft sie das nicht mehr.
In den letzten Wochen hatten wir mehrfach länger Stromausfall. Für unsere Handys haben wir "power banks" an denen wir sie aufladen können. Mit einer alten Autobatterie habe ich ein Notstromnetz für unser Haus gebastelt, damit wir nicht im Dunkeln sitzen.
Doch wo lade ich meinen Akku wieder auf wenn ich erschöpft bin? Mein Akku ist auch leer nach einem vollen Jahr und besonders nach diesen …

Endspurt nach Hause

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Gestern früh um 5 klingelt mein Wecker. Es ist noch dunkel als ich aus dem Haus gehe. Aus der Stadt ist der morgendliche Ruf des Muhezin zu hören. Es ist Zeit die ersten Jungs wieder zum Bus zu bringen, denn unser erstes Schuljahr ist zu Ende. Als ich am Hostel ankomme ist alles wie ausgestorben, nicht mal der Nachtwächter ist zu sehen. Ein Blick durchs Fenster zeigt mir, dass die vier, die ganz früh los müssen zwar schon wach sind, aber erst gerade aus dem Bad kommen. Ich mahne zur Eile. Der Bus, für den ich schon die Fahrkarten gekauft habe wartet nicht auf Euch! Dann beginnen sie ihr Gepäck einzuräumen, Schachteln mit Büchern und Heften um in den Ferien lernen zu können. Bis die Vier mit ihrem Gepäck endlich im Auto sitzen ist es schon sehr spät. Keine Ahnung, wie ich bis zur Abfahrtszeit an den Busbahnhof kommen soll. Doch der Geländewagen übersteht die Fahrt über die Waschbrettpiste in die Stadt in Rekordzeit. Als wir gerade parken, sehen wir den Bus aus dem Tor fahren. Schnell …