Lehrersuche

 

Für das kommende Schuljahr, das im Januar bei uns beginnt suchen wir drei neue Lehrer. Auf eine Ausschreibung im Rundbrief von Safina melden sich etliche, die gerne bei uns arbeiten wollen. Nun hören wir uns jede Woche "Probeunterricht" an und versuchen in Interviews passende Kandidaten und auch eine Kandidatin näher kennen zu lernen. Das ist richtig anstrengend, denn am Schluss müssen wir uns ja auf jeweils eine Person festlegen. Erfahrene Lehrer zu finden, die für ein kleines Gehalt arbeiten und auch noch mit Überzeugung die Arbeit von Safina hier mittragen ist jedoch nur möglich, wenn sich jemand für diese Arbeit "berufen" fühlt und auch Einschränkungen oder Nachteile einer solchen Stelle in Kauf nimmt.

Wie sich das von der Bewerber-Seite anfühlt haben wir bei dem Geschichtslehrer von Jannis mitbekommen. Er ist ein leidenschaftlicher Prediger und wir kennen seine Familie gut aus unserer Gemeinde. Sie sind uns über die Jahre zu Freunden geworden. Da die Arbeitsgenehmigung des Lehrers aus Uganda abgelaufen war, durfte er leider nicht mehr in Tansania bleiben. Über Monate bewarb er sich international ohne irgend eine Zusage. Dann kam Corona und die Familie musste von einem sehr eingeschränkten Gehalt leben. Wie durch ein Wunder bekam er doch noch eine Zusage einer internationalen Schule im Nahen Osten. Bevor er die Stelle antreten konnte musste er jedoch mit seiner Familie zurück nach Uganda. Die Flughäfen waren zu, der Flug wurde abgesagt. Die Familie verbrachte Tage im Bus mit drei kleinen Kindern um zunächst einen negativen Corona Test für die Einreise in Uganda zu bekommen und dann für die Heimreise. In Uganda gab es wieder strenge Quarantäne. Danach wurden die letzten Ersparnisse in ein Ticket zur neuen Arbeitsstelle investiert. Alles schien gut zu laufen, er konnte einchecken und bekam seine Bordkarte. Dann wurde er wieder hinausgerufen und durfte nicht mitfliegen. Sein Visum war abgelehnt worden. Einige Tage später bekam er eine freundliche Absage von seiner neuen Schule, es würde nun ein anderer angestellt, da er kein Visum bekommen könnte. Wie sollten sie sich nun weiter durchschlagen als Familie? Die Frau begann wieder als Friseuse zu arbeiten. Das Geld für das Ticket wurde zurückerstattet. Nach einigen Wochen änderten sich die Visa Formalitäten und er bekam Nachricht von der Schule, dass er nun doch angestellt wird. Von Uganda konnte er mittlerweile nicht mehr abfliegen und musste nach Kenya reisen. Tatsächlich konnte er nun allein fliegen und ist gut angekommen und konnte schon erste Kontakte zu anderen Christen in diesem Land knüpfen, wo es fast keine Gemeinden gibt!

"Die Berufung ist nicht ein Auftrag, bestimmte Dinge für Gott zu erledigen, sondern die Einladung in eine Gemeinschaft."
- Magnus Malm -

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