warten


Wir sitzen in Dar es Salaam in einem Strandrestaurant, während sich über uns ein Gewitter zusammenbraut. Wir warten hier nicht auf ein leckeres Essen, sondern feiern einen Gottesdienst, denn sonntags trifft sich hier eine internationale Gemeinde. Am frühen Morgen hat Doris schon Jannis zum Flughafen begleitet, denn er hat Ferien und hat einen günstigen Flug nach Deutschland gefunden.
Da klingelt mein Telefon in der Tasche. Als ich den Anruf ablehnen will, sehe ich wer da anruft, es ist Jannis. Rasch gehe ich vor die Tür und erfahre, dass sein Flugzeug nicht starten konnte und sie nach fünf Stunden wieder aussteigen mussten. Nun sitzt er im heißen Warteraum am Flughafen und weiss nicht wie es weiter geht. Auch für uns ist es schwierig an Informationen zu kommen, ob und wann die Maschine wieder starten wird. Nach dem Gottesdienst warten wir im Gästehaus, wo es wegen eines Stromausfalls inzwischen auch drückend heiß ist, weil die Klimaanlage ausgefallen ist.
Es wird Abend und Jannis wartet noch immer, es gibt Gerüchte das Flugzeug würde am späten Abend losfliegen. Wir versuchen passende Anschlussflüge zu finden, doch die Chancen sind gering ohne lange Wartezeiten. Kurz vor Mitternacht, nach 20 Wartestunden beschließen wir Jannis aus dem Flughafen abzuholen, damit er sich etwas ausruhen kann. Ich klingle einen Taxifahrer aus dem Schlaf und warte am Tor auf ihn um zum Flughafen zu fahren am anderen Ende der Stadt. Als ich noch am Tor warte klingelt mein Telefon und Jannis ist wieder dran. "Der Flieger soll nun doch gegen 2 Uhr morgens losfliegen". Ich schicke den Taxifahrer wieder schlafen und bezahle seine Unkosten.
Gegen 3 Uhr kommt dann endlich die Meldung: "Wir fliegen jetzt los." Gott sei Dank hatte ein Anschlussflug auch Verspätung, so dass er ihn gerade noch erreichen konnte. Inzwischen ist er gut bei seinen Schwestern in Deutschland angekommen.

Vor einem Jahr habe ich einen Antrag gestellt bei der Schulbehörde für Erwachsenenbildung. Gestern nun war der entscheidende Besuch, bei dem geprüft wurde ob unsere Schule von Safina die Voraussetzungen erfüllt. Nun wurde uns die Genehmigung mündlich zugesichert. Es war eine lange Wartezeit, nun gibt es noch ein paar Hausaufgaben zu machen, bevor unsere Schüler  nach den Weihnachtsferien wieder zurück kommen.

Gottes Volk hat viel länger Ausschau gehalten nach dem angekündigten Messias. Es waren dann auch erst wenige, die nach der langen Wartezeit gemerkt haben, dass er jetzt da ist. Sind wir bereit auf Ihn zu warten?


"Wer hat schon Zeit zum Warten? Bei einem solchen Gedanken stöhnen wir. Doch Warten bedeutet nicht Nichtstun. Warten bedeutet, nach Gott Ausschau zu halten."
- Max Lucado -

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