Auszug aus dem Homeoffice

In dem kleinen Bürogebäude von unserer Schule waren bisher unsere Lehrer untergebracht. Es war wichtig, dass sie in der Nähe unserer Schülerwohnheime wohnten. Denn jede Woche hat ein anderer Bereitschafsdienst um Erzieheraufgaben auch am Abend zu übernehmen. Seit diesem Jahr hat ja unser Landwirtschafslehrer die Erzieher Stelle übernommen und wohnt immer vor Ort. In der Zwischenzeit haben sich die meisten Lehrer ein Zimmer im Dorf genommen, denn es ist gut nach der Arbeit auch etwas Abstand zum Ausruhen zu bekommen. Nun ist auch ein Zimmer frei geworden und ich kann daran denken für die Administration der Schule ein Büro einzurichten. Alle Büroarbeiten habe ich bisher zuhause in unserem Gästezimmer erledigt. Leider ist dieses Zimmer bedingt durch die seit letzem Jahr anhaltende Regenzeit sehr feucht und der Schimmel gedeiht immer wieder  an Tür und Wänden. Bisher hatte mir das nicht so viel ausgemacht, doch seit ein paar Wochen spüre ich deutliche Symptome wenn ich nur ein paar Minuten in den Raum gehe.
Deshalb nutze ich nun die Ruhe in der geschlossenen Schule um ein kleines Büro einzurichten, wo ich dann auch Amani in meine Arbeit einführen kann. Nach einiger Zeit konnte ich auch einen geschenkten Linux Laptop davon überzeugen, dass er mit einem geschenkten Drucker druckt und seine Daten in eine Cloud ablegt auf die ich weiterhin von zuhause zugreifen kann...
Nun sind wir gespannt wie es weitergeht und wann wir die Schule wieder öffnen dürfen. Bisher gibt es wenige bestätigte Corona Fälle in Tansania, jedoch sind die Zahlen steigend..
Die Prüfungen für Jannis Cambridge A-level wurden weltweit abgesagt und die Noten sollen nun aus den bisherigen Leistungen berechnet werden. Das gibt uns Luft bis zum Ende des Schuljahres im Juni. Ob wir dann so wie geplant nach Deutschland kommen können ist offen. Bis auf eine Fluggesellschaft haben alle ihre Verbindungen ins Ausland eingestellt. Ausserdem müssten wir im Moment in beide Richtungen jeweils 2 Wochen in Quarantäne. Unseren Osterurlaub mussten wir leider auch absagen und so sind wir viel zuhause (das Homeoffice ist nun im Schlafzimmer ;-). Debora ist gut in Deutschland angekommen und wird wohl auch im Mai schon wieder arbeiten können. Durch die vielen Onlineangebote können wir auch ganz nah in Deutschland dabei sein auch bei Gottesdiensten und Gebetstreffen.
Auch wenn wir vieles gerade nicht machen können, können wir doch die Nähe Gottes jeden Tag spüren und mit ihm in Verbindung bleiben. Es gibt keinen Grund in diesen Tage von IHM Abstand zu halten.

"Gott ist uns am Montag genauso nah wie am Sonntag. Im Büro genauso wie im Gottesdienst."
- Max Lucado -

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