Schichtwechsel

Die letzten Monate in unserer Schule waren geprägt von einer kleinen intensiven Gemeinschaft. Die verbliebenen Schüler verbrachten die Vormittage meist mit Feldarbeit zusammen mit Ihrem Landwirtschaftslehrer. Am Abend wurde der Tag mit einer Andacht abgeschlossen bevor man zusammen Abend gegessen hat. Es war viel Zeit um über Lebensfragen zu reden.
Zu dieser kleinen Gemeinschaft haben wir einen Schüler aus der Stadt eingeladen, den Safina seit Jahren unterstützt, da seine Eltern das nicht mehr können. Er steht kurz vor dem Schulabschluss und hatte nun auch eine Zwangspause während der Corona Zeit. Als er zu uns kam im März bekam er eine Bibel geschenkt und fing eifrig an darin zu lesen. Nun, da die Schulen wieder geöffnet werden und er zurück in die Stadt geht zeigt sich die Frucht dieser Zeit. Er hat fleisig mit auf dem Feld geholfen und wir können uns auf eine gute Reis-, Mais- und Bohnenernte freuen. Aber er hat sich auch innerlich sehr verändert. In der Schulgemeinschaft lernte er wie eine lebendige Beziehung mit Jesus gelebt werden kann. Durch das Bibel lesen wurde ihm auch klar, dass er auch an den Beziehungen in seinem Leben etwas ändern muss. Vor ein paar Tagen fuhr er in die Stadt um sich bei einem Verwandten zu entschuldigen, bei dem er nun wieder wohnen kann. Gott hat ihm in dieser Wartezeit durch Safina ein entscheidendes Geschenk gemacht. In einem Bild an der Tafel hat er das eindrücklich in Szene gesetzt.
Kommende Woche kommen unsere Schüler wieder zurück. Viele hatten leider kaum Gelegenheit um die Zeit mit Lernen zu verbringen. Einer pflegte seine Mutter, die wegen einer HIV Infektion nicht mehr arbeiten kann. Andere haben auch auf den Feldern ihrer Verwandten oder in andern Safina Häusern mitgeholfen. Nun geht die Schule weiter. Die Lehrer sind schon alle wieder da und wir haben zusammen die nächsten Monate geplant. Auch auf der Baustelle ist nun richtig was los.

Während für unsere Safina Schüler die Schule neu anfängt, ging sie für unsere Kinder zu Ende. Es sind Sommerferien. Und da unser erster CFI Vertrag ebenfalls zu Ende geht bekommen wir einen Heimflug finanziert. Seit Monaten war ganz unklar, ob dies überhaupt möglich sein wird, denn es gab  keine Flugzeuge mehr die Tansania anflogen. Jetzt gibt es wieder zwei Fluglinien, die fliegen und wir haben Tickets für nächsten Samstag bekommen. Wir sind gespannt, ob dieser Besuch in Deutschland nun Wirklichkeit wird. Nachdem die Flugbuchung geklappt hatte konnten wir in wenigen Minuten telefonisch viele wichtige Termine in Deutschland abklären. Dafür sind wir sehr dankbar, denn durch die Quarantäne ist unsere Ferienzeit schon deutlich verkürzt. Die letzten Monate waren eine Geduldsprobe für uns in vielerlei Hinsicht. Nun freuen wir uns auf eine Pause in Deutschland.


"Es gehört zur Schule der Demut, dass wir unsere Zeit nicht in eigene Regie nehmen, sondern sie von Gott füllen lassen."
- Dietrich Bonhoeffer -

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