Praktika und Prüfungen



Unsere Berufsschüler haben solange die Schule geschlossen war (über die Corona Zeit) mitgeholfen die Felder und Tiere der Schule weiter zu versorgen. Anschliessend sind sie in ihre Praktika in verschiedene Betriebe gegangen. Die Zeit war sehr gut für sie und alle Seiten haben gemerkt, dass unsere Schüler doch schon einiges gelernt haben. Nach dem Praktikum durften sie nun endlich in die Ferien fahren.

Während die einen sich ausruhen, bereiten sich unsere Sekundarschüler auf die Prüfungen vor. Es wurde schon deutlich, dass einige große Lücken haben, weil sie in der Zeit, als die Schule geschlossen hatte, nicht selber weitergelernt haben.

Einem Schüler haben wir empfohlen, doch lieber in die Berufsschulklasse zu wechseln, da die Leistungen nicht reichen um in der Sekundarschule mitzuhalten. Da Land- und Hauswirtschaft auch nicht seine Vorlieben sind haben wir ihm im Dorf bei einem Handwerker einen Praktikumsplatz besorgt. Am Wochenende darf er sich noch Arbeitsschuhe und Kleider besorgen. Am Montag als das Praktikum beginnen soll, ist er total verängstigt wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal in den Kindergarten gehen soll. Er schaut den Handwerkern dort einige Stunden zu, doch will er nichts selber machen. Lange reden wir mit ihm, doch es fällt ihm schwer zu formulieren, was er wirklich will. Der Traum von einem Sekundarschulabschluss will ihm nicht aus dem Kopf.

Nun darf er mit den anderen Sekundarschülern noch die Vorprüfungen in der Stadt mitschreiben. Vielleicht überzeugt ihn eine echte Prüfungssituation und vorallem das Ergebnis dann. Jeden Tag werden nun ein oder zwei Prüfungen, wie im November bei der Abschlussprüfung geschrieben. Die Ergebnisse zählen noch nicht, aber es ist wichtig diese Erfahrungen zu machen. Auf unserer Baustelle gibt es auch jeden Tag Fortschritte zu bewundern. Den Speisesaal kann man sich schon gut von innen vorstellen. Doris zeigt ihn und ihre neue große Küche unserer Köchin Paulina. (Bisher wird nur in einem kleinen Schuppen hinter einem Wohnheim gekocht) In der neuen Küche wird bereits ein Holzherd
installiert und aussen der Kamin gemauert. So können wir unser Holz aus dem Waldstück auf dem Schulgelände weiterhin sehr sparsam und umweltfreundlich zum Kochen verwenden. Immer wieder bilden sich schon größere Wolken und es gab auch schon kleinere Regenschauer als Vorboten der kleinen Regenzeit. Doch bald wird das Dach zugedeckt werden und dann kann man auch im trockenen innen weiterarbeiten.Wir sind so dankbar, dass wir wieder Alltag leben können in der Schule. Die Schüler sind motiviert, und sie lernen gerade jetzt vor den Vorprüfungen so intensiv wie noch nie. Wir hoffen, dass auch die theoretisch weniger begabten ihren Weg  in ganz praktische Berufe finden und wir sie dabei begleiten können.

"Die großen übermenschlichen Dinge traue ich ihm locker zu, aber bei den alltäglichen, praktischen Dingen verliere ich leicht meinen Glauben und damit meine Ruhe in Gott."
- Hans Peter Royer -


 


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